Wie schreibe ich?

Zunächst mit einem Stift und erst danach mit der Tastatur. Dabei bleibt der Stift jedoch mein stetiger Begleiter.

Meine erste Geschichte flutschte mir nur so aus den Fingern. Ich setzte mich an den Computer und schrieb wie besessen. Das fachkundige Fazit über meine 84 A4-Seiten lautete: Das ist kein Roman.

Es fehlten Elemente wie Spannungsbogen, Auslösendes Ereignis etc.
Daher beschloss ich, einen Schreibhandwerk-Kurs zu belegen, in dem man solche Dinge lernt.

Die Seite des Schreibens, die ich selbst beeinflussen kann.

Die Vorbereitung

Nun gehe ich etwas raisonierter vor und erstelle vor dem eigentlichen Schreiben erst einmal einen Plott. Hier halte ich die grundsätzliche Handlungsabfolge und die Charaktere der Geschichte fest. Ich persönliche Beginne dabei immer mit einer vagen Idee vom Anfang und einem konkret ausformulierten Ende. Der Kapitel dazwischen ergeben sich daraus. Der Plott ist dann natürlich noch nicht fertig. Und zumindest bei mir, wird er das auch nie. Daher beginne ich nun, wo Struktur, Protagonisten, Anfang und Ende feststehen, damit meine Geschichte aufzuschreiben.
Mein Plott ist ein lebender Organismus. Er wächst mit der Geschichte mit und hilft mir den Überblick zu behalten.

Zu welcher Tageszeit fällt mir das Schreiben am leichtesten

Wenn ich tagsüber schreibe, brauche ich dafür eine Geräuschkulisse. Keine Musik, sondern Geräusche des täglichen Lebens. Kaffeehäuser eigenen sich dafür bestens. Wenn ich zu Hause schreibe, mache ich, sofern die Temperatur es zulässt, zumindest das Fenster auf, damit ich die Straße höre. Dann fühle ich mich nicht so isoliert.

Nachts hingegen mag ich diese Isolation. Ich sitze dann in der Küche, wo es natürlich mucksmäuschenstill ist. Ich würde sogar sagen, dass ich mich nachts besser auf das Schreiben konzentrieren kann, als Tagsüber. Tagsüber bin ich manchmal nicht richtig bei der Sache, weil es zu viele Ablenkungen gibt: Das schöne Wetter, dass genutzt werden will, die Passanten die vorbeilaufen, der Abwasch, die Post etc.

Nachts sind da nur mein Laptop, meine Ideen und ich.

Die Rahmenbedingungen

Worauf ich jedoch zu keiner Tageszeit verzichten kann um gut schreiben zu können:

  • Ess- und trinkbares griffbereit: beim Schreiben läuft das Gehirn auf Hochtouren, da ist stetiger Energienachschub unverzichtbar
  • Eine angenehme Raumtemperatur: Optimal ist die Temperatur dann, wenn man keinen Gedanken an sie verschwendet
  • Gemütliche Kleidung: Ich für meinen Teil, kann in Kleidung, die dafür gemacht ist, einen sexy aussehen zu lassen überhaupt nicht schreiben. Es lebe die Jogginghose!
  • Warme Füße: Sich mit kalten Füßen zu entspannen zu wollen ist ein gewagtes Vorhaben.

Vier oder sechs Augen sehen auf jeden Fall mehr als zwei

Immer wenn ich ca 15 neue Seiten beisammen habe, lasse ich das bisher geschriebene von meinem Plausibilitätsteam, bestehend aus einer sehr engen Freundin und meiner Schwester, lesen.

Sie sagen mir, ob die Geschichte spannend ist und zum Weiterlesen animiert und ob die zeitliche Abfolge stimmt. Ein Beispiel hierfür: in der Geschichte ist die Rede von Montag und von Ereignissen am darauffolgenden Tag erwartet werden. Plötzlich geht die Geschichte am Mittwoch und nicht am Dienstag weiter. Solche Hinweise sind enorm wichtig.

Mein Plausibilitätsteam achtet aber auch darauf, ob die Charaktere in sich konsistent sind, ob die Inhaltliche verständlich und anschaulich geschildert werden und auch auf die Rechtschreibung und Interpunktion.
Kurzum: sie geben mir konstruktive Kritik.

Ein solches Plausibilitätsteam kann jedoch niemals ein professionelles Lektorat ersetzen.

Die Seite des Schreibens, die ich nicht beeinflussen kann

Ich weiß nicht, ob Autoren eine Entwicklungsstufe erreichen können, auf der sie die Kreativität auf Knopfdruck abrufen können. Ich für meinen Teil, kann das leider nicht.

Kreativität kommt und geht.

Wenn es sich also zuträgt, dass zu einem bestimmten Augenblick sämtliche Konstellation perfekt sind und sich ein sogenannter Flow ergibt, nehme ich dieses Geschenk dankbar an nutze es. Da darf ich meine To-Do-Liste auch einfach mal ignorieren.

Und wenn es sich zuträgt, dass ich mir die idealen Rahmenbedingungen geschaffen habe und ich trotz allem einfach nicht schreiben kann? Dann gebe ich nicht gleich auf, sondern tue folgendes:

  • Die letzten Seiten durchlesen: Vielleicht bringt das die Kreativität in Wallungen
  • Den Plot herausholen: Wenn man sich gerade an einem inhaltlichen Knackpunkt befindet, kann das helfen, die Blockade zu überwinden.
  • Mich zwingen ein paar Sätze zu schreiben: Manchmal bricht Dadurch der Damm.

Die Geschichte nicht weiterschreiben, sondern mich nur auf das Feedback des Plausibilitätsteams konzentrieren und das bisher Geschriebene überarbeiten.

Und wenn das alles nicht funktionieren will, wisst ihr ja selbst was das Beste ist:

Es für heute einfach sein lassen, nichts erzwingen aber den bereitgelegten Proviant trotzdem vernichten!

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