Welche Schreibgruppe ist die richtige für mich?

Schreibraum_Schreibkurs

Man muss keine Buchveröffentlichung anstreben, um schreiben zu wollen. Viele Menschen führen Tagebuch, andere finden über ihre Kinder oder Enkelkinder zum Erzählen. Manche würden gerne schreiben, wissen aber nicht so recht, worüber, oder nehmen sich selten die Zeit dazu. Eine Schreibgruppe bietet einiges: 

  • Austausch und Vernetzung mit Gleichgesinnten
  • Schreibinspiration
  • Aneignen von Schreibhandwerk
  • Rückmeldung zu den eigenen Texten
  • Unterstützung beim „Dranbleiben“
  • sinnvolle Freizeitgestaltung
  • Ermutigung zum Schreiben

Im Idealfall ist die Schreibgruppe einen geschützter Raum, in dem ihr Neues ausprobieren und eigene Texte einer kleineren Öffentlichkeit präsentieren kann. Allein das Vorlesen in der Gruppe fordert anfangs etwas Mut, der durch die Reaktionen und das Feedback der anderen belohnt wird. Und man lernt viel durch die Texte der anderen. Eine Schreibgruppe ist sehr bereichernd, wenn es die richtige ist. Deshalb ist es gut, sich über die eigene Motivation zum Schreiben klar zu werden (die sich im Lauf der Zeit natürlich ändern kann):

Schreibgruppe, Seminar oder Textwerkstatt …?

Möchtet ihr für euch selbst schreiben, mit Worten spielen, eure Phantasie ausleben? Dann ist es wichtig, dass die Gruppenleitung inspirierende Schreibanregungen im Gepäck hat, durch die ihr leicht ins Schreiben kommt: Zum Beispiel Bilder, Musik, Gedankenspiele. Stichworte wie Kreatives Schreiben, Phantasie, Schreibtreff oder Schreibraum weisen in die richtige Richtung. Der Begriff „Gruppe“ weist ebenfalls darauf hin, dass vor allem gemeinsam geschrieben und vorgelesen wird – und zwar unterschiedlichste Textsorten von der Kurzgeschichte über Gedichte bis hin zu spontanen Reflexionen. Zwar werden die Texte gelesen und besprochen, aber das Vorlesen ist freiwillig und die Gruppe gibt Rückmeldung darüber, wie der Text bei ihr ankommt – das merkt man oft schon an spontanen Reaktionen, etwa, wenn alle lachen oder respektvoll schweigen.

Das gilt erst recht für das Biografische Schreiben: Mit kreativen Schreibanregungen rufen die Teilnehmenden Erinnerungen aus dem eigenen Leben wach und teilen ihre persönlichen Erfahrungen, Wünsche, Erkenntnisse; unabhängig vom literarischen Anspruch. Literarische Verfremdung kann aber dabei helfen, eine neue Sichtweise auf das Erlebte zu gewinnen und nicht mehr von sich preiszugeben, als man im Moment möchte.

Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Schreibenden irgendwann auch mehr zum Schreibhandwerk erfahren wollen. Dann solltet ihr nach Schlüsselbegriffen suchen wie Plot (Handlungsaufbau), Figuren, Perspektive, Spannungsbogen oder schlichtweg „Erzählen“. Außerdem gibt es natürlich auch Lyrikkurse, Drehbuchworkshops und vieles mehr. Solche Angebote heißen eher Kurs oder Seminar und haben auf jeden Fall auch einen Theorieteil. Der Schreibanteil kann variieren.

In einer Textwerkstatt schließlich dreht sich alles um Textanalyse, Feedback und Kritik – und die Gruppe tut gut daran, vorher die Regeln dafür auszuhandeln und wertschätzende Kommunikation zu üben, die den Autor bei der weiteren Textarbeit unterstützt und nicht entmutigt.

„Schreiben lernt man durch Schreiben“

Die Übergänge zwischen den Arten von Schreibgruppen sind fließend. Bei der Entscheidungsfindung hilft es, die Ausschreibung genau zu lesen und im Zweifel bei der Leitung nachzufragen. Teils gibt auch Schnupperangebote und bei offenen Gruppen könnt ihr einfach mal vorbeischauen. Egal wie ihr euch entscheidet: Schreiben entwickelt sich am besten beim Schreiben – denn jeder theoretische Input kann sich erst im Tun, im Text entfalten.

Bild: Rädisch

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