Dachgeschichten – ein literarischer Salon am Fischmarkt 3

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3 Fragen an Elisabeth Aslan, Gastgeberin der „Dachgeschichten Fischmarkt 3“

Als ich im letzten Herbst eingeladen wurde, bei den „Dachgeschichten“ Lyrik vorzutragen, sagte ich gerne zu; das Lesungsformat, das Ambiente hoch über der Donau und die offene Atmosphäre  sind einmalig in Regensburg. Deshalb freue ich mich, dass ich heute die Frau interviewen kann, die dahinter steht: Elisabeth Aslan, Journalistin und Autorin, mit einer wunderschön gelegenen Wohnung und Dachterrasse am Fischmarkt 3.

Elisabeth, du lädst demnächst zum vierten Mal zu einer Lesung in deinen Räumen am Fischmarkt 3. Wie bist du auf die Idee gekommen, dein Wohnzimmer für einen literarischen Salon zu öffnen?

Elisabeth Aslan:

Das fing eigentlich vor ca. 12 Jahren in München an. Ein paar Freunde und ich hatten die Idee zu einem literarischen Salon. Wir wollten uns selbst eine Bühne schaffen, aber im privaten Rahmen. Ich hatte damals die größte Wohnung, und so haben wir beschlossen, das bei mir zu machen. Es gab Brot, Käse, Salami, Wein und Wasser. Die Abende bei unterschiedlichster Besetzung waren toll – so was zwischen Party und Lesung. Die Vortragenden saßen eingekeilt zwischen lauter unterschiedlichen Stühlen, das Ganze hatte einen völlig improvisierten Charakter. Dann bin ich 2011 nach Regensburg gezogen. Und hab dann vor zwei Jahren, als ich ein paar Leute kennengelernt hatte, hier damit angefangen. Und es läuft gut.

Bitte erklär uns kurz das Konzept: Wie läuft ein Dachgeschichten-Abend ab?

Elisabeth Aslan:

Die Leute kommen und können sofort essen und trinken. Ich bin auf literarischen Veranstaltungen meistens hungrig und denk eher ans Essen als an die Darbietung der Lesenden. Bisschen übertrieben, aber im Wesentlichen ist es so. Ich halte Essen und Trinken bei solchen Veranstaltungen für wichtig. Das nimmt dem Ganzen den weihevollen und abgehobenen Nimbus. Dann kündige ich kurz die Leute an, die vortragen – ich moderiere nicht – und es geht los. Meist sitzen die Lesenden auf unserem schwarzen Sofa, sie könnten aber auch mitten im Raum sitzen oder auf der Wendeltreppe. Es ist oft eng und chaotisch. Wichtig ist mir, dass jeder nur zehn Minuten lang liest: in der Kürze liegt die Würze. Außerdem muss man dann den Text sehr genau auswählen. Und zehn Minuten sind eine lange Zeit. Das Publikum kann aber auch um Zugaben bitten.

Wer liest bei den Dachgeschichten – bekannte oder eher unbekannte Autorinnen und Autoren?

Elisabeth Aslan:

Bei den Dachgeschichten soll jeder lesen, der lesen möchte. Ich betreibe keine Vorzensur, ich kenne die Texte meistens nicht, die vorgetragen werden. Natürlich bitte ich Leute zu lesen, die ich kennengelernt habe. Aber eigentlich möchte ich, dass die Sache ein Selbstläufer wird, dass sich die Autoren selber rühren, die lesen wollen. Die Niveauunterschiede sind mir egal. Varietas delectat. Das Ganze läuft ja auch unter dem Aspekt „Halböffentlichkeit“. Es ist eine private Sache, ein „Literarisches Wohnzimmer“, ein Ausdruck von Lisa Weichart, der mir sehr gut gefällt. Es ist keine Literatur auf dem Sockel. Es gibt keinen Eintritt, es gibt keinen Hut, die Autoren kriegen nix, die Zuhörer zahlen nix, es ist ein Fest rund um die Literatur. Die, die lesen, bringen fast immer einige Freunde mit, und sollen auch unbedingt Freunde mitbringen, so dass immer neue Leute hier auftauchen. Das nächste Mal kommen Autoren vom Schrägverlag – es wird Dada. Ich hab keine Ahnung, was uns erwartet und freu mich drauf.

Vielen Dank für das Interview!

 

Infos zum nächsten Literarischen Salon „Dachgeschichten Fischmarkt 3“

Dachgeschichten #4
8.
Oktober 2016

Offen ab 19.30 Uhr, Lesungen ab 20 Uhr

mit Lisa Weichart, Oliver Jung-Kostick, Bernhard Rusch, Sabine Hennig-Vogel, Autor*innen des Schrägverlags von Carsten Lohse.

Fischmarkt 3, 2. Stock

https://www.facebook.com/fischmarkt3

 

 

Foto: Elisabeth Aslan

 

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